[1] Ein Bericht über den Speyrer [Reichs]tag in der Beilage. In der Friedensfrage gab man nach.
[2] Mehr beunruhigt M. die Leipziger [Lätare-]Konferenz [⇨ 3484], die er für schädlich hält. Er erinnert sich daran, wie [Lgf. Philipp von Hessen], [Hz. Ulrich von] Württemberg und er in Schmalkalden [1537, ⇨ 1845ff] es fertigbrachten, die Versammlung geschickt aufzulösen. C. soll sich im gleichen Sinne betätigen. Denn Beratungen zwischen miteinander verfeindeten Menschen sind sehr gefährlich, insbesondere für eine junge Kirche. Gebet.
[3] Tagesgedächtnis.
[4] Beilage: Nachrichten vom Speyrer [Reichs]tag.
[4.1] Gegen die Vorlage Kaiser Karls setzten sich [Eb. Hermann] von Köln und Pfgf. [Friedrich] für die vorrangige Behandlung der Religionsfrage ein, die [Protestanten] verlangten zuerst Frieden und die Reform des Reichskammergerichts. Doch dann gab man der Türkenhilfe Vorrang; Karl und [Kg.] Ferdinand setzen die Einzelheiten fest, ein Heerführer ist noch nicht bekannt.
[4.2] Der Katzenelnbogener Erbfolgestreit zwischen [Gf. Wilhelm] von Nassau-Dillenburg und Lgf. [Philipp von Hessen] soll beigelegt worden sein, wobei der Lgf. 100000 [Gulden] gezahlt habe. Karl werde vor Ostern gegen die Franzosen ziehen, die das Hzt. Luxemburg besetzten. Über [Hz. Heinrich von Braunschweig-Wolfenbüttel] fanden bisher keine öffentlichen Beratungen statt. M. deutet die Beilegung des Katzenelnbogener Streits als Wohlwollen des Kaisers gegenüber dem Lgf.
[4.3] Eine Predigt des Dionysius [Melander] über die Vernachlässigung der Kirche wurde auch von Mgf. Albrecht [von Brandenburg-Kulmbach] und Hz. [Wilhelm von Kleve-]Jülich gehört.
[4.4] Franz [Burchard] schrieb gestern überdies, es bestehe Hoffnung auf Frieden in Dänemark [⇨ 3548]; doch M. kennt erschreckende Vorzeichen.