M. an Joachim Camerarius [in Leipzig].
- Gotha, 23. April [1543]
[1] Seit seiner Abreise [aus Leipzig] sehnt sich M. nach seiner Familie und nach C. eine Vorahnung oder Alterserscheinung? Gebet.
[2] In Thüringen hört man nichts über Politik. C. wird bereits Nachrichten über den Ausgang des [Nürnberger Reichs]tages haben. [Anton] Granvella soll einen Zug des Kaisers nach Deutschland in diesem Jahr für unmöglich erklärt haben; Gf. [Günther XL.] von Schwarzburg aber sagte, er komme bald, und zwar mit einem Heer [⇨ 3283.3 u.ö.].
[3] M. widerspricht der Ansicht [des Antonios Eparchos], dessen griechischen, im Stile des Libanios verfaßten Brief [3179] er unterwegs mit mehr Ruhe wiederlas: nicht der [Religions]streit verhindert die Verteidigung gegen die Türken, sondern die privaten Interessen der Fürsten, namentlich des [Kg. Franz I.] von Frankreich.
Fundort:
CR 5, 99f (mit 921) Nr. 2692; Cod.I, 176.
‒ MBW.T 12.
Datierung:
Jahr von Cam. richtig ergänzt; M. befindet sich auf der Reise nach Bonn.