M. an Burkhard Mithoff [in Münden].
- [Wittenberg], 16. Oktober [1541]
[1] Wenn Mith. käme, würde M. ihm vertrauliche Dinge erzählen.
[2] Wegen eines Predigers [⇨ 2850] wird M. mit Luther und Bugenhagen sprechen, die der Hzn. [Elisabeth von Braunschweig-Calenberg] und ihrer Gemeinden fürbittend gedenken.
[3] Bezüglich der [Säkularisation der] Klöster rät M. zur Nachsicht mit den Konservativen und zur vorrangigen Reform der Pfarreien. Er kritisiert, daß auch schon in [vorreformatorischer] Zeit die meisten Fürsten begieriger auf Klostergüter als auf die Versorgung der Pfarreien und Schulen waren,
[4] und erwartet im folgenden Jahr [durch die Türken] die Strafe für deren Trägheit, Genuß- und Streitsucht. Gebet.
[5] Von der Publikation des Dialogus [des Johannes Lening zur Verteidigung der Doppelehe] hatte M. abgeraten [⇨ 2931]. Doch wird das Gerede von selbst verstummen. Manche müssen eben absurde Dinge vertreten, wie [Nicolaus Copernicus] die Bewegung von Sonne und Erde vertauscht. Die Obrigkeit sollte dagegen einschreiten.
Fundort:
CR 4, 679 Nr. 2391; MSA 8, Nr. 422.
‒ MBW.T 10.
Datierung:
Jahr bes. aus 5 (Dialogus vom 27.3.1541) in Verbindung mit der Reformation im Fürstentum Calenberg (vgl. Sehling 6/2, 702) und der Türkengefahr.