[Die evangelischen Theologen an Lgf. Philipp von Hessen in Regensburg]. Dt. - [Regensburg, 12. Juni 1541]
[1] Die Theologen haben die von Kf. Joachim II. von Brandenburg dem Lgf. zugestellten Artikel [⇨ 2726.1] vom Lgf. erhalten mit dem Hinweis, daß wegen der Türkenabwehr Einigkeit nötig ist und wegen der Ausbreitung des Evangeliums keine extremen Positionen vertreten werden sollen.
[2] Bei aller Bereitschaft zu Einigkeit darf der Kompromiß nicht nur zu Lasten der einen Seite gehen und muß sorgfältig vorbereitet werden. Die drei Kolloquenten [M., Bucer, Johannes Pistorius] haben bezüglich Ordination und Autorität der Bischöfe genügend Entgegenkommen gezeigt.
[3] Beratungen über diese neuen Artikel sind unangebracht, so lange über die Ergebnisse des Kolloquiums noch nicht entschieden wurde und das [Regensburger] Buch mit den [protestantischen] Gegenschriften [2713] noch nicht ausdiskutiert ist.
[4] Mit Anfängern Geduld haben ist etwas anderes als solches Entgegenkommen zu dogmatisieren, wie die Gegner jetzt wollen, deren Irrtümer außer Zweifel sind.
Fundort:
CR 4, 403-405 Nr. 2270.
‒ MBW.T 10.
Datierung:
Datum, Absender und Adressat aus dem Bericht der kursächsischen Gesandten an Kf. Johann Friedrich vom 16.6.1541: CR 4, 401-403 Nr. 2269.