[1] Auf Sp.s Wunsch berichtet M. über die belanglose Reise nach Erfurt:
[2] Hz. Johanns von Sachsen Hofprediger Wolfgang [Stein], der unlängst die Erfurter Pfarrei St.Michael [als Nachfolger des Georg Petz] übernahm, veranlaßte Luther, nach Weimar mitzukommen, und M. mußte mit; [auch Jakob Propst und Johannes Agricola waren dabei].
[3] Ankunft in Weimar am 18.10. Am 19. predigte Luther [WA 10/3, 341-346 und 347-352]; eine Nachschrift hat [Anarg von] Wildenfels. An diesem 19. fuhren die Hzz. [Johann und Johann Friedrich] nach Naumburg. Am 20. Weiterreise nach Erfurt.
[4] Dort suchte Luther der andrängenden Menge zu entkommen. Von den Gelehrten kamen aber nur Eobanus Hessus, [Euricius] Cordus, [Johannes] Lang und einige Magister.
[5] Am 21. predigte Luther in der kleinen Michaelis-Kirche [WA 10/3, 352-361]; M. referiert.
[6] Am 22. predigte Luther zweimal [WA 10/3, 361-371 nur eine]. M. war bei [Petrus] Mosellanus im Hause des [Heinrich] Urban, letzterer für M. die wertvollste neue Bekanntschaft. Universität und [Stadt]rat nahmen keine Kenntnis von diesem Besuch. Ein gewisser Magius. Den [Konrad] Mutianus [in Gotha] konnte M. nicht besuchen. Rückreise noch am 22.
[7] In Weimar hörten die zurückgekehrten Hzz. täglich Luther predigen über Glaube, Werke und über die Zweireichelehre [WA 10/3, 371-379. 379-385. 386-393]. Ein Gedicht M.s über die letztere Predigt. Nachschriften hat Wildenfels [WA 10/3, CLXIf].
[8] Den [Euricius] Cordus brachte Sp. [für die medizinische Professur, ⇨ 238f] zu spät ins Gespräch, da [Heinrich] Stackmann nominiert ist.
[9] Quintilian und Grammatik werden gelesen. Die Quintilian-Professur erhielt im letzten Semester Joachim Camerarius, der aber schwer erkrankte und jetzt wegen des Todes seiner Mutter [Martha Kammermeister, geb. Wetzel] bei seinem Vater [Johannes Kammermeister in Bamberg] ist. Er wird von Philipp Eberbach vertreten. Die Grammatik versieht für [Janus] Cornarius [Johannes] Lonicer.
[10] Bugenhagen darf nicht nach Erfurt abwandern.
[11] Die Schreibweise von ‚in aeternum‛.
[12] Für das Verzeichnis anzuschaffender Bücher ist Amsdorf zuständig.
[13] M. verspricht die Zusendung des Theophylakt-[Codex: ⇨ 247] und teilt daraus die Auslegung von Joh 4, 46 [MPG 123, 1253-1256] mit.
[14] M. arbeitet am griechischen Lexikon [⇨ 130.5], worauf ein Bote des Thomas Anshelm wartet.
[15] Über den Census demnächst.