M. an Pfgf. Ruprecht [von Zweibrücken-Veldenz]. Vorrede zu: Caspar Hedio, Ein außerleßne chronick von anfang der welt ... Straßburg, Krafft Müller, 1539 (Teil 2). Dt. - Wittenberg, [ca. Mitte Januar] 1539

[1] M. will die Jugend zu historischer Lektüre anregen.

[2] Der Wert von Weltchroniken.

[3] Der religiöse Nutzen besteht in der Unterweisung

[3.1] über die Geschichte und Merkmale der Kirche,

[3.2] über die Irrlehren und deren Folgen (Mohammed und Papst),

[3.3] und im Verständnis der Propheten.

[3.4] Resümee.

[4.1] Im weltlichen Bereich liefern die Chroniken Beispiele für Ethik und Politik

[4.2] und Präzedenzfälle für die Justiz,

[4.3] und sie beweisen die Macht Gottes über die Reiche.

[5.1] Schluß.

[5.2] Empfehlung der von Beatus Rhenanus gepriesenen und von Caspar Hedio übertragenen und fortgesetzten Ursberger Chronik.

[5.3] Warnung vor der Chronik des Sebastian Franck.

[5.4] Widmung an R., der sich vor Wien [1529] gegen die Türken bewährte.

Fundort:
CR 3, 877-884 Nr. 1900; H. Scheible, Die Anfänge der reformatorischen Geschichtsschreibung (1966), 19-26. ‒ MBW.T 8.
Datierung:
Datum: Der Druck begann mit Teil 2, denn erst ab hier gibt es fortlaufende Bogensignaturen und Paginierung. Hedios Vorrede zu Teil 4 an Matthis Pfarrer vom 1. März 1539 steht auf S. 731. Hier ist erwähnt, daß das Buch zur Frankfurter Messe herauskommen soll. Hedios Vorrede zum Gesamtwerk an Gf. Wilhelm von Nassau-Dillenburg datiert vom 8. März 1539 und steht auf dem Titelbogen. Der kurze erste Teil der Chronik füllt die Bogen aa und bb. M.s Vorrede zum 2. Teil steht auf Bogen cc, dessen letztes Blatt u. a. Nachträge zu S. 96 und S. 131 enthält; er ist also zuletzt gedruckt worden. Wenn M.s Vorrede wirklich wie angegeben in Wittenberg 1539 geschrieben ist, so bleibt nur die Zeit von der Rückkehr aus Leipzig (vgl. bei 2134 und 2141.3; da am 3. noch verhandelt wurde und M. danach mit Gregor Brück nach Torgau kommen sollte, dürfte er erst am 5. oder 6. nach Wittenberg zurückgekehrt sein) bis zur Abreise nach Frankfurt/Main am 29. 1. (⇨ 2141.2). Doch ist die Abfassung unterwegs oder erst in Frankfurt nicht auszuschließen. Zweifellos hat der Verleger Krafft Müller das Manuskript bei seinem Besuch in Frankfurt Ende Februar (⇨ 2152) mitgenommen.

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