M. an Veit Dietrich in Nürnberg.
- [Wittenberg], 7. Dezember 1537
[1] M. ist vom morgendlichen Briefeschreiben erschöpft. Er fragt, ob D. den Brief [1968] über [Jakob Schenck] und die Türkengeschichte [des Paolo Giovio, ⇨ 1960] erhalten hat. Die [1968.2 erwähnte] Vorladung M.s [wegen des Laienkelchs] ist noch immer aufgeschoben. M. erwartet mit Gelassenheit jedes Urteil über sich.
[2] Doch mittlerweile tobt der Antinomistenstreit. Luther hat [Johannes] Agricolas Thesen [WA 39/1, 342-345 mit 334-337] mißbilligend publiziert. M. erwartet gespannt seine klärenden Gegenthesen [ebd. 345-347]. Obwohl Agricolas Angriff eigentlich auf ihn zielte, suchte M. zu vermitteln [WAB 8, 158f Nr. 3194 mit 13, 260].
[3] M. macht sich Sorgen um die Eintracht unter den Nürnberger Geistlichen, wobei er auf [Osiander] anspielt.
[4] M. läßt sich bei [Hieronymus] Baumgartner entschuldigen, weil er ihm noch nicht geschrieben hat. Die von D. geschickte Wiener Vision ist vor 30 Jahren unter dem Namen des Ks. Sigismund gedruckt worden [Ein Offenbarung und gesicht ..., o.O.u.J.]. M. erwartet von D. Prognosen für das kommende Jahr und Nachrichten über die Friedensverhandlungen zwischen [Kg. Franz I.] von Frankreich und dem Kaiser sowie über die Türken. Luther las gern D.s Brief über die Berner Synode.
Fundort:
CR 3, 459f Nr. 1636; MSA 8, Nr. 323.
‒ MBW.T 7.
Nachtrag:
Regest 4 zu berichtigen: ... ist vor 13 (nicht:30) Jahren ...