M. an Eobanus Hessus [in Marburg]. - Wittenberg, 1. August [1537]

[1] H.s Nachdichtung der Psalmen [Psalterium universum carmine elegiaco redditum atque explicatum. Marburg, Eucharius Cervicornus, 1537] ist für M. eine tägliche Freude und Tröstung durch die zutreffende Wiedergabe des Inhalts und die bewegende Musik der Verse. Die ursprüngliche Beziehung der Dichtkunst zur Religion wurde auch von H. verwirklicht.

[2] Die Wahl der Psalmen als Thema im Gegensatz zu freien Dichtungen wie die des [Johannes Jovianus] Pontanus und zu historischen Stoffen wie die Christias des [Marcus Hieronymus] Vida [Cremona 1535] ist für die Bildung der Jugend von Nutzen.

[3] H. hat mit guten Versen den Sinn richtig wiedergegeben, ohne wie viele zu judaisieren [⇨ 1919.2]. M. dankt ihm für dieses Geschenk an Kirche und Jugend, der er es nachdrücklich empfiehlt.

Fundort:
CR 3, 393-395 Nr. 1596 mit 20, 787 Nr. 21 sowie H40a und 40b. ‒ MBW.T 7.
Datierung:
Jahr in den Drucken, vgl. auch die gleichzeitigen Briefe von Luther (WAB 8, 106-108 Nr. 3167 mit 13, 258) und Jonas (Kawerau, Jonas-BW 1, 258f Nr. 351).

Normdaten
Personen:

Cervicornus, Eucharius: GNDHagrid

Hessus, Eobanus: GNDHagrid

Luther, Martin: GNDHagrid

Melanchthon: GNDHagrid

Pontanus, Johannes Jovianus: GNDHagrid

Vida, Marcus Hieronymus: GNDHagrid

Orte:

Cremona: GeonamesHagrid

Marburg: GeonamesHagrid

Wittenberg: GeonamesHagrid