M.: Gutachten für [Kurprinz Joachim II.] von Brandenburg. Dt. - [Wittenberg, Mai 1532]
[1] Der Kelchentzug ist gegen die Einsetzung und sollte abgeschafft werden. Doch richtet sich die gegenwärtige Verfolgung gegen wichtigere Lehrfragen.
[2] Zur Frage, ob man das Abendmahl unter einer Gestalt empfangen darf, zieht M. dem Argument ‚Gehorsam‛ folgende Aspekte vor:
[2.1] Die christliche Freiheit empfängt bei Unmöglichkeit beider Gestalten nur eine. Die Enthaltung lehnt M. [gegen Luther, ⇨ 1234] ab.
[2.2] Die Freiheit übt Solidarität und Liebe.
[2.3] Schwache sollen nichts Neues anfangen.
[3] Bekenntnis ist in der Lehre erforderlich, nicht bei Zeremonien.
[4] Ein Pfarrer kann bleiben oder an [evangelische] Orte auswandern; M. respektiert beides.
[5] Die Frage des Gehorsams gegen die Kirche stellt sich an wichtigeren Problemen.
Fundort:
CR 2, 577-579 Nr. 1042 mit 2, 1038.
‒ MBW.T 5.
Datierung:
Datum: Offenbar das in 1234 angebotene zweite Gutachten.