[0] NN soll sein Leben auf zwei Ziele ausrichten: Frömmigkeit und Bildung.
[1] Dem Gebot Christi, zuerst das Reich Gottes zu suchen, Mt 5 [richtig: 6, 33], soll N. nachkommen durch
[2] Predigthören und eine halbe Stunde Schriftlektüre morgens und abends.
[3] Er übe seinen Stil; zuvor lese er in Ciceros Briefen und im Terenz.
[4] Bei der Lektüre schwieriger Autoren soll er
[4.1] ständig in die Volkssprache übersetzen, wodurch umgekehrt beim Gebrauch der Volkssprache sofort die lateinischen Vokabeln assoziiert werden.
[4.2] Von der Lektüre ausgehend, mache er Wortschatz-, Syntax- und Formenübungen. Anschließend übe er Rhetorik, erkläre die Metaphern, arbeite die Regeln der Dialektik heraus.
[4.3] Loci communes sind aus dem Text zu exzerpieren, die Dialektik einzuüben.
[5] Nach dem Mittagessen ist ein Historiker zu lesen, z.B. Justinus [⇨ 435]. M. wird täglich Hinweise für die Studien geben.