M.: Gutachten [für Hz. Johann d.Ä. von Schleswig-Holstein zu Hadersleben]. Dt. - [Wittenberg], 20. August 1559

[1] Das göttliche Gebot Lev18 [V.16] und 20 [V.21] läßt nicht zu, die Frau des Bruders zu heiraten. Die Ausnahme Dtn25 [V.5] galt nur für Israel.

[2] Das göttliche Gebot gilt übereinstimmend mit dem Naturrecht für alle Völker.

[3] Mißdeutung von Mk6 [V.18] durch Engländer [im Zusammenhang mit der Scheidung Kg. Heinrichs VIII. von Katharina von Aragon].

[4] Bedenken gegen eine derartige Ehe:

[4.1] Gefahr für die Seligkeit,

[4.2] [Gewissens]schmerzen,

[4.3] Ärgernis,

[4.4] Gefahr für den Frieden unter den Nachkommen.

[5] Die Beispiele England und Polen sind unzutreffend. M. kann nicht von göttlichem Recht dispensieren.

Fundort:
G.Dedeken: Thesaurus consiliorum et decisionum (1623), Teil 3, S.359ff; Abschriften: Altenbruch Gemeindearchiv, Scherder Bd. 5, p.125-127; Rostock UA, theologische Fakultät, Liber Facultatis Theologicae, ID I/1558, f.56-58.

Normdaten
Personen:

Johann d. Ä. von Schleswig-Holstein: GNDHagrid

Katharina von Aragon: GNDHagrid

Melanchthon: GNDHagrid

Orte:

Hadersleben: GeonamesHagrid

Wittenberg: GeonamesHagrid