[1] U. [bei ⇨ 8018] erhielt auf frühere Post von M. keine Antwort. Hier [in Polen] wendet sich die Mehrzahl des Adels dem Evangelium zu. Kg. [Sigismund II. August] und die Magnaten huldigen dem Spiritualismus. Den sympathisierenden Gf. Johannes Tarnowski soll M. durch einen Brief bestärken. Von den Predigern aus Preußen erwartet U. nicht mehr als von den [Hamburgern].
[2] Über die Ausbreitung des Evangeliums in ganz Frankreich schrieb Petrus Martyr [Vermigli] an U. Doch gab es Verhaftungen und Verbrennungen in Paris. Auch [François] d'Andelot, der Bruder des [Gaspard de Coligny] und Neffe des [Anne de Montmorency], ist gefangen. Er hat ein freimütiges Bekenntnis vor Kg. [Heinrich II.] und einigen Kardinälen abgelegt.
[3] In Flandern ist die Verfolgung stark wie nie zuvor; [Kg.] Philipp wird eingeredet, alles Unglück komme von der Duldung des Luthertums. Sehr viele erleiden Exil und Güterkonfiskation, wie U. von vornehmen Flüchtlingen aus Emden und Frankfurt[Main] erfuhr. Der Vater des einen starb ohne Urteil im Gefängnis von Mecheln. Karel Utenhove [⇨ 3696], Sohn des ehemaligen Präsidenten von Flandern [Nikolaus Utenhove], der dreimal erster Bürgermeister von Gent war, ging ins Exil und wurde Rat des Hz. [Wilhelm] von Kleve[-Jülich]. In Antwerpen und anderswo erwarten Gefangene das Martyrium.
[4] In London ist die Lage seit dem Regierungsantritt der [Kgn. Maria] unverändert. Der U. persönlich bekannte schottische Londoner Geistliche [NN] wurde bei einem Hausabendmahl verhaftet und am 31. Januar verbrannt.
[5] In Piemont gedeiht die Kirche, und viele gelehrte Spanier kommen nach Genf, wie U. aus Zürich erfuhr. Der Dauphin [Franz II. von Frankreich] heiratete die Kgn. von Schottland [Maria Stuart]. Gf. Edzard II. von Ostfriesland fuhr nach Schweden, um die Königstochter [Katharina] zu heiraten.
[6] Über einen Vorfall in Großpolen kann der Überbringer Sebastian [Pech] berichten.
[7] Das Übrige im Brief des Johannes Laski und durch den Boten.