[1] N. hat M.s Brief bisher nicht beantwortet und auch nichts über die Ilfelder Klosterschule geschrieben, um deren Unterstützung durch seine Autorität M. oft gebeten wurde, weil die Grafen [Günther XLI., Johann Günther, Wilhelm und Albrecht VII.] von Schwarzburg sowie [Ludwig, Heinrich, Albrecht und Christoph] von Stolberg, deren Zustimmung [zur Erhaltung der Schule] erlangt werden muß, zerstritten und meistens abwesend sind. N. befürchtet, daß der alte Abt [Thomas Stange] vor der angestrebten Vereinbarung sterben wird.
[2] Die Stolberger wollen entgegen ihren Versprechungen noch zu Lebzeiten des so mildtätigen wie ökonomischen Abtes die Klostergüter in ihren Besitz bringen. Das benachbarte Vorwerk wurde in diesem Jahr schon zweimal geplündert, Bauern und ein Kind entführt, die freigekauft werden mußten. Dieser Tage entkam N. nur mit Hilfe einer Frau, vielmehr eines Engels, einem Angriff.
[3] Der Abt läßt M. danken für die Billigung seiner Pläne und die beabsichtigte Fürsprache bei den Herren [⇨ 8696.2]. Doch möchte er sein Leben arm zu Ende bringen und deren Verhalten nach seinem Tod Gott anheimstellen.
[4] N. dankt M. auch im Namen der Schüler und des Abtes für seine Anerkennung der Ilfelder Schularbeit. Er schickt eine Auswahl aus Pindar, Lykophron und Theokrit mit seiner lateinischen Übersetzung und griechisch-lateinischen Einleitungen, die er auf Anraten des [Johannes] Oporinus und anderer vor zwei Jahren angefertigt hat.
[5] N. beklagt die Verachtung der Literatur durch die jüngeren Theologen, die zu seiner Vereinsamung führte. Sein einziger Gesinnungsfreund im Harz ist [Andreas] Fabricius, [Rektor in Nordhausen]. Doch auch er wandte sich der Theologie zu und hielt dieser Tage in Nordhausen einige Predigten.