[1] M.s [Baccalaureats]thesen [vom 9.9.1519: MSA 1, 23-25], die H. unlängst billigte, werden nun als unchristlich kritisiert, vor allem der Satz über die Transsubstantiation [These 18, vgl. Eck an Kf. Friedrich, 8.11.1519: WAB 1, 479-501, bes. 492 Zeile 480-489].
[2] Das Recht zur Disputation.
[3] Bedingung jenes Satzes sind die Thesen [16f] über Schrift und Konzile.
[4] Motiv dieser Disputation war die Beobachtung, daß allenthalben menschliche Bestimmungen über die Hl. Schrift gesetzt werden;
[5] M. mußte sich von Juristen sagen lassen, die Entscheidung über die Kirchlichkeit theologischer Aussagen liege bei ihnen.
[6] Im Gegensatz zum scholastischen Unfug
[7] stellt M. die Schrift über alle Traditionen und hat damit zumindest sich selbst befreit.
[8] Das Unheil der Traditionen
[9] kann H. bestätigen, der aus dem Meer der Scholastik zur Schrifttheologie fand.
[10] M.s Weg aus der Tradition zur Schrift.
[11] Die Scholastiker beanspruchen zu Unrecht die Schriftauslegung für sich allein.
[12] Ziel der Disputation war also das Schriftprinzip.
[13] Die Geltung der Konzile hängt von ihrer Schriftgemäßheit ab,
[14] und nur dann wirkt in ihnen der Hl. Geist. [15f] Die Irrtumsfähigkeit der Konzile und des Papstes.
[17] Menschliche Dogmen können deshalb nicht verpflichtende Glaubensartikel sein.
[18] Den Primat hält M. für wahrscheinlich; mehr konnte Eck auf der Leipziger Disputation gegen Luther auch nicht erweisen. Die Transsubstantiation ist ihm wert; Glaubensartikel ist jedoch nur, daß der wahre Leib Christi gegessen wird.
[19] Zu vorschnell reden die Scholastiker von Häresie.
[20] M. läßt sich gern belehren, doch Eck überzeugt nicht.
[21] Dessen Neuerscheinungen gegen Luther.
[22] Die Paulus-Rede [⇨ 75] befriedigt M. nicht.
[23] H. soll schreiben. Grüße von Dominicus Schleupner, Johannes Apel, Ulrich Pinder, Hermann Tulichius.