M. an den Rat der Stadt Großenhain. Dt. - [Wittenberg, Ende August/Anfang September] 1555

[1] Über die Kirche in der Endzeit und die Aufgabe der Obrigkeit.

[2] M. schickt den aus Böhmen vertriebenen Hieronymus Steiger [⇨ 7625] als Diaconus.

[3] Außerdem kann er Georg Mylius in Leipzig, der Johannes Pfeffinger bekannt ist, und den ebenfalls aus Böhmen vertriebenen Christoph Jakob [Jacobus Christophorus] in Annaberg empfehlen.

Fundort:
CR 8, 635f Nr. 5898 (Z. 11 v. u. dorten: doctori). ‒ MBW.T 25.
Datierung:
Datum: Am 25. 9. 1555 wird in Wittenberg ordiniert „M(agister) Jacobus Christophorus von S. Annenberg, Aus dieser vniuersitet beruffen zum Saltz bey Magdeburg zum dyaconat“ (WO Nr. 1661), d. i. Groß Salze, heute Ortsteil von Schönebeck; vgl. auch Haussleiter, Schule 159 zu S. 118, wo u. E. aber Jakob Camenicenus gemeint ist. Da Christophorus nicht in der Wittenberger Matrikel und nicht im Verzeichnis der Magister zu finden ist, dürfte er der böhmische Flüchtling sein. Damit wäre 7572 einige Zeit vor dem 25. September geschrieben, gewiß vor M.s Abreise am 8. (⇨ 7573.3). Vertreibungen in Böhmen erwähnt M. gegenüber Mathesius am 24. August (7564.1), noch nicht am 1. und 7. (7547; 7549). Es gab aber Vertriebene, die schon länger im Exil lebten, so Christoph Friedrich (⇨ 7560). Doch laut 7564.2 hatte M. am 24. August Steiger offenbar noch nicht empfohlen. Also dürfte 7572 bald danach ausgegangen sein — ohne Erfolg, wie aus 7625 ersichtlich ist.

Normdaten
Personen:

Camenicenus, Jakob: GND Hagrid

Friedrich, Christoph: GND Hagrid

Mathesius, Johannes: GND Hagrid

Melanchthon: GND Hagrid

Mylius, Georg: GND Hagrid

Pfeffinger, Johannes: GND Hagrid

Orte:

Annaberg: Geonames Hagrid

Groß Salze: Geonames Hagrid

Großenhain: Geonames Hagrid

Leipzig: Geonames Hagrid

Wittenberg: Geonames Hagrid