[Über einen für den 9. Juni 1553 geplanten Theologenkonvent in Erfurt wegen des osiandrischen Streits.]
[1] Lgf. Philipp von Hessen und Hz. Ulrich [von Württemberg] ersuchten 1537 in Schmalkalden M., größere Zwietracht zu verhindern [⇨ 1845ff].
[2] Erinnerung an das Marburger Religionsgespräch zwischen Luther, Zwingli, Oekolampad u.a. [⇨ 820ff]. Inzwischen ist die Spaltung größer geworden.
[3] Die Zeit zur Einladung ist zu kurz.
[4] Einigung ist nicht zu erwarten.
[5] Eine Luther vergleichbare Autorität fehlt.
[6] Schmähschriften werden folgen.
[7] Eine Synode über Osiander ist unnötig, da die anderen Länder [außer Preußen] einig sind.
[8] Eine tiefere Erörterung der Frage würde Uneinigkeit hervorrufen. Der Zank der Württemberger um Chorrock und Adiaphora betrifft nicht die Lehre.
[9] Streit um die [evangelischen] Bischöfe wird entstehen. Was Preußen [in dieser Sache] ausgerichtet hat, müßte zuvor erkundet werden.
[10] Für den Reichstag genügt die Confessio [Saxonica]. Ablehnung des Interims ist Sache der Reichsstände.
[11] M. rät also von der geplanten Synode ab, ist aber bereit teilzunehmen.
[12] Er nimmt an, daß der preußische Gesandte [Andreas Aurifaber, ⇨ 6822.1] Hz. [Christoph] von Württemberg dazu veranlaßt hat.