[1] Gebet um Eintracht der evangelischen Kirchen. [Fürst Georg] von Anhalt beschwor in Jüterbog [⇨ 5385] die Kff. [Moritz von Sachsen und Joachim II. von Brandenburg], die Zerstörung ihrer rechtgläubigen Gemeinden nicht zuzulassen. Die Lehre in [Kursachsen], die mit der kurmärkischen Kirchenordnung von [1540, ⇨ 2489] übereinstimmt, wird nicht verändert werden, und es werden keine Riten angenommen, die zuvor bekämpft wurden.
[2] Vff. waren bei der Unterzeichnung der Jüterboger Artikel [⇨ 5398.1.2] nicht zugegen, und sie besitzen kein Exemplar [⇨ 5417.5]. Die Weihe von Öl und Salz und ähnliches sind keine Adiaphora.
[3] Bei Vorlage der Artikel zusammen mit dem Augsburger [Interim] sollen die Prediger erklären, sie hielten die kurmärkische Kirchenordnung von [1540]; es sei Sache des Kf., ob er sie dem Kaiser gegenüber als jenem entsprechend interpretiere.
[4] Viele Gemeinden sind verödet. In Schwaben und am Rhein wurden mehr als 400 Pfarrer vertrieben. In Tübingen hält nur ein Greis [NN, ⇨ 5647.2] das vorgeschriebene Meßopfer. Dennoch verspricht Johannes Agricola ein Goldenes Zeitalter. Man muß bis zur äußersten Grenze des Verantwortbaren bei seiner Gemeinde bleiben.