Lgf. Philipp von Hessen an Fürst Georg von Anhalt, auch an M. [in Zerbst]. Dt. - Kassel, 16. Januar 1547

[1] Ph. bestätigt das Schreiben vom 8.1. und deutet die gegenwärtige Heimsuchung als Sündenstrafe. Der Verlust an Truppen schwächt die Türkenabwehr.

[2] Ph. bedauert, daß G. keine Versöhnung zwischen Kf. [Johann Friedrich] und Hz. Moritz von Sachsen bewirkte. Ph. bemühte sich ebenfalls vergeblich. Man verwies ihn an den Kaiser [Karl V.] und an Kg. [Ferdinand].

[3] Ph. kann G.s Wunsch nach Verhandlungen nicht nachkommen, da auf der Gegenseite keine Bereitschaft besteht.

[4.1] Indessen zog [Maximilian] von Büren in das Gerauer Land Ph.s, eroberte Darmstadt und brandschatzte zwischen Rhein und Main.

[4.2] Frankfurt schloß mit ihm Frieden. Um Köln und Münster sammeln sich gegnerische Truppen.

[4.3] Württemberg, Ulm und viele oberländische Städte sollen sich mit dem Kaiser ausgesöhnt haben.

[4.4] Danach droht vom Kaiser und von Franken Gefahr.

[4.5] Auch in der eigenen Partei gibt es Intrigen.

[5] Trotzdem ist Ph. verhandlungsbereit.

[6] G. soll selbst und mit anderen auf Hz. Moritz und auf den Kf. einwirken.

[7] Ph. bedauert mit G. die Zwietracht unter den durch Religion und Verwandtschaft Verbundenen, sieht aber keinen Ausweg. Unterschrift, auch von S[imon] Bing.

[8] G. soll diesen Brief an M. weitergeben.

Fundort:
Dessau LHA, Z 4, Alte Ordnung V 241 Bd. 2, f.231r-234r. ‒ MBW.T 16 (erstmals publiziert).

Normdaten
Personen:

Bing, Simon: GNDHagrid

Büren, Maximilian von: GNDHagrid

Ferdinand: GNDHagrid

Georg von Anhalt: GNDHagrid

Johann Friedrich d. Ä. von Sachsen: GNDHagrid

Karl V., Kaiser: GNDHagrid

Melanchthon: GNDHagrid

Moritz von Sachsen: GNDHagrid

Philipp von Hessen: GNDHagrid

Orte:

Kassel: GeonamesHagrid

Zerbst: GeonamesHagrid