M. an Kardinal [Lorenzo Campeggio] in Stuttgart. - [Bretten, Mai 1524]

[1] Es geht Luther nicht um Zeremonien,

[2] sondern um menschliche und göttliche Gerechtigkeit,

[3] wozu die Beachtung der Traditionen nichts beiträgt, um der Liebe willen aber beibehalten werden soll.

[4] Auch M. will um des Friedens willen möglichst viele Bräuche beibehalten; doch Messe und Zölibat sind voll von Irrtum.

[5] Der Friede wird erhalten, wenn die Obrigkeiten für gelehrte Prediger sorgen

[6] statt die Lutheraner zu verfolgen.

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Fundort:
CR 1, 657f Nr. 277 mit 3, 1282; Suppl. 6/1, 244 Nr. 346; deutsche Fassung: Suppl. 1/1, 235f mit S. XXXIX-XLI; MSA 1, 176-178. ‒ MBW.T 2.
Datierung:
Datum: Es ist völlig unerfindlich, warum M. diese kurze Antwort erst in Wittenberg geschrieben haben sollte. Nach Camerarius (Vita) hat er sie dem Friedrich Nausea mitgegeben.
Nachtrag:
Fundorte: deutsche Fassung auch bei A. Laube u. a., Flugschriften der frühen Reformationsbewegung, 1 (1983), 614-616.

Normdaten
Personen:

Camerarius, Joachim: http://d-nb.info/gnd/118518569

Campeggio, Lorenzo: http://d-nb.info/gnd/118666843

Luther, Martin: http://d-nb.info/gnd/118575449

Melanchthon: http://d-nb.info/gnd/118580485

Nausea, Friedrich: http://d-nb.info/gnd/11878577X