M. an Joachim Camerarius [in Leipzig].
- [Wittenberg], 26. August [1542]
[1] Das Volk freut sich über die Vertreibung des Tyrannen [Hz. Heinrich von Braunschweig-Wolfenbüttel], und auch M. dankt Gott, wird aber von dem Wissen um die Gefahr [eines Angriffs des Kf. Johann Friedrich von Sachsen auf Halle] gequält, wenn nicht bald der von Kg. Ferdinand und dem Nürnberger Reichstag erbetene Frieden geschlossen wird. Doch gibt es auf beiden Seiten Kriegstreiber. [Hz. Ulrich von Württemberg] rät [von der Besetzung Halles] ab.
[2] In der Burg [Wolfenbüttel] wurden Dokumente über die Pläne der Gegner gefunden. [Bernhard von] Mila und [Christoph] von Steinberg sind Statthalter, Franz [Burchard] ist Kanzler [im besetzten Hzt. Braunschweig-Wolfenbüttel]; M. ist froh, daß so gerechte Männer eingesetzt wurden. Die Söhne des Braunschweigers [Philipp Magnus, Karl Viktor und Julius] sind in ihrem Land geblieben.
[3] M. kann seit seiner Rückkehr [aus Leipzig, ⇨ 3017.1] vor Schmerzen kaum schreiben. Gebet.
Fundort:
CR 4, 855f Nr. 2537; Cod.II, 146; MSA 8, Nr. 432.
‒ MBW.T 11.
Datierung:
Jahr: Eroberung von Wolfenbüttel (12.8.1542). M. referiert in 1 die Anfrage des Kf. an Luther vom 18.8.1542, die dieser am 21. beantwortete: WAB 10, 119-123 Nr. 3778 und 125-128 Nr. 3780 mit 13, 309.