Hz. Albrecht von Preußen: Instruktion für Christoph Jonas an Martin Luther und M. [in Wittenberg]. Dt. - Königsberg, 13. August 1540
[1] J. soll nach Gruß und Übergabe seines Beglaubigungsschreibens [2470] L. und M. folgendes vertraulich mitteilen: Die Berufung des Mgf. Wilhelm von Brandenburg[-Ansbach] zum Eb. von Riga öffnet große Möglichkeiten [für die Reformation]. Er hat bisher weder die Weihe empfangen noch ist er dem [Deutschen] Orden beigetreten, wird aber jetzt von den Prälaten und Landständen in Livland zum geistlichen Stand und der Eidesleistung an den Papst unter Androhung der Absetzung gedrängt.
[2] Sein Bruder A. riet ihm, im Vertrauen auf Gottes Hilfe diese Forderungen zu erfüllen, damit nicht ein Verfolger des Wortes Gottes seine Stelle einnimmt.
[3] A. ist nämlich der Meinung, daß Eb. Wilhelm von Riga mit Hilfe von [evangelisch gesinnten] Räten einen Gesinnungswandel in seinem Erzstift herbeiführen kann.
[4] A. läßt L. und M. um ein Gutachten ersuchen, ob dies mit gutem Gewissen geschehen kann [von L. allein am 10. Oktober 1540 beantwortet: WAB 9, 241-243 Nr. 3539 mit 13, 290].
Fundort:
Enders 13, 156-158 Nr. 2902; vgl. WAB 9, 212f mit 13, 289.
‒ MBW.T 9.