M. u.a. (Zustimmung von Martin Luther und Georg Spalatin): Gutachten [für Kf. Johann Friedrich von Sachsen]. Dt. - [Wittenberg], 10. Juni 1533

Über die von [dem päpstlichen Nuntius Ugo Rangoni und dem kaiserlichen Gesandten Lambert de Briaerde] überbrachten Artikel [CT 4, LXXXVIIf; WAB 6, 480f], die Einberufung eines Konzils betreffend:

[1] Da man sich auf das Konzil berufen hat, ist seine Ablehnung nicht möglich. Doch muß man die Hinterlist des Papstes [Clemens] abwehren,

[1.1] indem im ersten Artikel eine Klärung von ‚frei‛ und ‚herkömmlich‛ verlangt wird, die ausschließt, daß der Papst sowohl Partei als auch Richter ist

[1.2] und nach Kirchenrecht und Tradition entschieden wird statt nach Gottes Wort.

[2] Die verlangte vorherige Unterwerfung unter die Konzilsbeschlüsse ist zu verweigern, da zu befürchten ist, daß die Tradition über Gottes Wort gestellt wird. Vielmehr soll der Kaiser um Durchführung der von ihm geplanten Reform der Mißstände ersucht werden.

[3] Die restlichen Artikel soll man wegen ihrer Heimtücke jetzt nicht erörtern. Geleit und Konzilsort sollen die Fürsten mit dem Kaiser aushandeln.

Fundort:
Abschrift: Wolfenbüttel HAB, Cod. 94 Helmst., f.16r-18v. ‒ MBW.T 5 (erstmals publiziert).

Normdaten
Personen:

Briaerde, Lambert de: GNDHagrid

Clemens VII., Papst: GNDHagrid

Johann Friedrich d. Ä. von Sachsen: GNDHagrid

Karl V., Kaiser: GNDHagrid

Luther, Martin: GNDHagrid

Melanchthon: GNDHagrid

Rangoni, Ugo: GNDHagrid

Spalatin, Georg: GNDHagrid

Orte:

Wittenberg: GeonamesHagrid